Pílion / Thessaloníki 13.09.2020

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Es ist nicht möglich, dass Glück oder Unglück von Dauer sind. Daraus folgt, dass, nachdem das Unglück lange gedauert hat, das Glück jetzt nahe ist.
(Miguel de Cervantes)

Urlaub in Zeiten von Corona! Nachdem unsere geplante Reise im Frühling annulliert werden musste, starten Heny und ich nun einen zweiten Versuch. Wir wollen eine gute Woche Berg- und Badeurlaub im Pílion mit einigen Tagen Stadturlaub in Thessaloníki verbinden. Was erwartet uns? Welche Einschränkungen wird es geben? Wir sind gespannt.

Die Reise beginnt am Flughafen Düsseldorf. Die Atmosphäre ist ungewohnt entspannt: Es ist vergleichsweise leer, die Menschen in den Warteschlangen am Check-in und bei der Sicherheitskontrolle halten Abstand, alle tragen diszipliniert ihre vorgeschriebenen Masken, es gibt kein Gedränge und keine Hektik. Ich habe selten ein so angenehmes Boarding erlebt. Pünktlich auf die Minute hebt der Airbus A320 ab.

Nach gut zwei Stunden beginnt der Landeanflug auf Thessaloníki. Kurz vor dem Bodenkontakt liegt die zweitgrößte Stadt Griechenlands im schönsten Licht vor uns. Nach der Landung erwartet mich eine Überraschung. Seit der deutsche Airport-Betreiber Fraport vor drei Jahren 14 griechische Flughäfen übernommen hat, hat sich einiges getan. Ein komplett neues Terminal ist entstanden und im alten wird weiterhin kräftig gebaut. Die neue Gepäckbandanlage hat jedoch noch ihre Kinderkrankheiten: Es dauert eine gute halbe Stunde, bis die ersten Koffer erscheinen, aber dann kommt alles wohlbehalten an. Der Sixt-Mitarbeiter, welcher uns einen cremeweißen Nissan Micra der neuesten Baureihe übergibt, spricht perfekt deutsch.

Seit 15 Jahren verbringe ich meine Nächte in Thessaloníki im Hotel "Orestias Kastorias". Seine zentrale Lage und das gute Preis-Leistungsverhältnis sind der Grund dafür. Sonntags kann man in der Nähe sogar kostenlos am Straßenrand parken, falls man etwas Freies findet. Wir haben Glück! Angenehmer kann ein Urlaub nicht beginnen. Wir beziehen unser Zimmer, machen uns frisch und starten gegen 18:30 Uhr mit einem Spaziergang in die Stadt.

Entlang der Aristotélous-Straße steuern wir auf die Promenade zu. Im Licht der untergehenden Sonne lässt es sich hier trefflich flanieren oder einfach auf einer Bank sitzen und mit dem Blick übers Meer schweifen. In der wunderbar milden, aber dennoch klaren Abendluft ist das 70 Kilometer entfernte Olymp-Massiv gut zu erkennen.

Es ist sehr einfach, hier zu sitzen. Zu schauen. Zu lächeln. Man kann sich leicht fühlen. Man darf.
(Klaus Modick)

Die Auslagen der selbst am Sonntagabend geöffneten Konditoreien sind zwar handwerklich beeindruckend und verführerisch, aber uns steht der Sinn nach etwas Herzhaftem. In einer autofreien Seitenstraße finden wir das Restaurant "Bakál", wo wir uns kretischen Salat, Bauernbratwürste mit Senf-Honigsoße und frittierten Kartoffelscheiben, eine gefüllte Aubergine sowie einen mit Käse und Gemüse gefüllten Pide schmecken lassen. Gegen den Durst hilft ein leckeres Mámos-Bier. Die leicht übertriebene Völlerei kostet uns 34 € und lässt kaum Platz, das mit der Rechnung servierte Stück Kuchen und ein kleines Eis zu verzehren.

Mit einem so vollen Magen kann man nicht ins Bett! Zum Abschluss des perfekten Anreisetages besuchen wir das "Bit Bazar". Zwei Musiker spielen hier live weder für Geld noch für Touristen, sondern aus Freude an der Musik authentischen Rembétiko. Bei dieser stimmungsvollen Hintergrundbegleitung beenden wir den Abend mit einem großzügig eingeschenkten Tsípouro bzw. einem Rotwein.

Anreise:


Thessaloníki: