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Den gesamten Vormittag verbringen wir mit der Besichtigung der antiken olympischen Anlagen. Wie schon in Mykene und Epidavros kostet auch hier der Eintritt nur 100 ΔΡΑΧ (knapp 1,60 DM) - da kann man sich wirklich nicht beklagen. Die Überreste bestehen zum größten Teil aus Fundamenten, zahlreichen gestürzten sowie noch zahlreicheren wiedererrichteten Säulen und Säulenreihen und erfordern deshalb schon ein gewisses Maß an Phantasie, um sich die frühere Pracht vorstellen zu können. Nichtsdestotrotz beeindruckt die Anlage schon auf Grund ihrer Größe und durch die harmonische Eingliederung der alten Steine in die baumbewachsene Ebene, eingerahmt von Bergen. Der große Besucherandrang war natürlich zu erwarten und überrascht uns nicht. Die Menge lässt sich jedoch problemlos ertragen, da sie sich in dem weitläufigen Areal gut verteilen.

Viele Stunden schaute ich mir die heilige Landschaft von Olympia an. [...]
Es gibt keine Landschaft in Griechenland, die so süß und beständig zum Frieden und zur Versöhnung mahnt.
(Nikos Kazantzakis)

Den Rest des Tages verbringen wir faulenzend auf dem Campingplatz. Viel kann man eh nicht mehr machen, denn heute ist es nicht nur extrem heiß, sondern gegen Nachmittag wird es zunehmend schwül. Vom Horizont her klingt sogar entferntes Donnern, was unter den Campern zu teilweise panikartigen Aufräumaktionen führt. Da wir unser gesamtes Hab und Gut im Ernstfall innerhalb von ein bis zwei Minuten ins Trockene schaffen könnten, lässt uns das Wettergrollen erst mal kalt (man beachte das Wortspiel - bei einer Temperatur, die sogar das Wachs in den Teelichtern flüssig werden lässt). Tatsächlich klärt sich der Himmel einige Zeit später wieder auf, ohne dass ein einziger Tropfen gefallen oder es auch nur ein einziges Grad abgekühlt wäre.

Die Luft ist warm und bewegungslos. Es ist eine Art tierische Wärme in der Luft, die aus dem Erdboden, aus den Steinblöcken um uns her, ja überallher zu dunsten scheint.
(Gerhart Hauptmann)

Gegen Abend gehen wir erneut in den Ort und beobachten die Scharen von Touristen, so als würden wir selber nicht dazugehören. Wir lernen zwei nette Mädchen aus Stuttgart kennen, aber leider ergibt es sich nicht, dass wir eine Zeit lang gemeinsam weiter reisen könnten. Zu viert besuchen wir am Abend die Taverne in der wir beide bereits gestern waren, da uns das dortige Essen bezüglich Qualität und Preis zugesagt hatte. Heute gönne ich mir geschmortes Lammfleisch. Es schmeckt super!

Archéa Olympía:


Olympía Campingplatz: