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Beim obligatorischen Morgenblick aus dem Fenster fällt mir ein Spruch ein, den ich vor langer Zeit in einem Film gehört habe: "...und wieder so ein verdammt schöner Tag!". Der frische Wind hat sich deutlich gelegt, der Himmel ist ohne Einschränkung blau. Es ist ein Wetter, das einfach keine Kritik zulässt.

Den Vormittag verbringen wir wie gestern am Strand. Infolge des abgeflauten Windes ist das Wasser nun richtig angenehm. Am Nachmittag werden wir Verwandte von Heny treffen, die spontan eine Last-Minute-Woche auf Kreta gebucht haben. Sie sind in einem Hotel in Pánormos an der Nordküste untergebracht, aber da sie von unserem Aufenthalt in Mátala wussten, haben sie ein Auto gemietet und kommen uns besuchen. Wie abgesprochen treffen Alex und Andrea gegen 14 Uhr ein.

Das Wiedersehen wird mit einem gemeinsamen Mittagessen gefeiert. Es gibt zwei verschiedene Oktopus-Gerichte, eine riesige Portion gebratener Sardinen, Tsatsíki und eine Portion kleine Spinat-Strudeltaschen, sogenannte Spanakopitákia. Inklusive Getränken reichen 47 € aus, um vier Personen satt zu machen. Die Stimmung ist ausgelassen und wenn nicht der Strand und die Höhlen locken würden, säßen wir vermutlich bis zum Abend hier.

Öffne Dein Herz und knutsche den Tag.
(Hape Kerkeling)

Da die beiden zum ersten Mal auf Kreta sind, biete ich mich als Führer an und zeige ihnen die Höhlen von Mátala. Es ist erstaunlich, dass man selbst beim vierten Besuch noch etwas Neues entdecken kann. Diesmal ist es ein Felsen, der wie ein menschlicher Kopf im Profil aussieht. Mich erinnert er an einen Piraten mit Kopftuch und ich finde es passend, dass er genau auf die gegenüberliegende Piratenbar schaut. Den Rest des Nachmittags genießen wir das Strandleben. Da die beiden eine fast zweistündige Fahrt vor sich haben, machen sie sich gegen 18:30 Uhr auf den Rückweg. Wir haben nur fünf Minuten Fußweg zum Hotel.

Für unser letztes Abendessen besuchen wir erneut unser Stammlokal, die "2 Brüder". Tsatsíki, Bier und Wein sind schnell gewählt, die Hauptspeise will gut überlegt sein. Heny entscheidet sich schließlich für gegrillte Lammkoteletts mit Rosmarin-Soße. Ich nehme zur Feier des Tages ein Brizóla Choiríni. Das perfekt gegrillte Nackenkotelett bringt 450 Gramm auf die Waage. Zur Rechnung über 39 € gibt es erneut Schokopudding, Melone und die Karaffe mit dem kretischen Tresterbrand. Ich wette innerlich, dass es eine weitere Karaffe gibt, wenn ich beiläufig erwähne, dass es sich um unseren letzten Abend handelt. Ich gewinne die Wette und unser Wirt trinkt sogar ein Gläschen Rakí mit.

Zum Abschied von Mátala gehen wir noch einmal zur Piratenbar. Auf dem Weg dorthin lauschen wir den Klängen eines E-Sitar spielenden Künstlers. Der bürgerlich Paco Rodriguez heißende Musiker gibt hier unter dem Namen "Sitarsonic" eine öffentliche Vorstellung. Die Kombination aus Guru-Aufmachung und modernstem Equipment amüsiert mich, aber seine Musik ist gar nicht schlecht. In der Bar gönnen wir uns schließlich unsere Bye-bye-Cocktails.