Pelopónnes 08.04.2009

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Die einzigen Dinge, die mir gehören, die immer noch das wert sind, was sie mich einmal gekostet haben, sind meine Reiseerinnerungen.
(Burton Holmes)

Ähnlich wie vor drei Jahren werde ich bei dieser Reise wieder von meinem Nachwuchs begleitet. Dieses Mal sind sie beide mit dabei: Jana, inzwischen satte 16 Jahre und David, knapp 14 Jahre jung. Wir haben zehn Tage Zeit, um die Höhepunkte des Peloponnes zu erkunden und ich wage zu behaupten, dass wir mit unserer Zielauswahl die Wiege der europäischen Kultur und das Vaterland der Mythen getroffen haben. Das bringt es mit sich, dass ich einen großen Teil der Orte, die wir besuchen wollen, von früher kenne, und wenn der geneigte Leser dieses Reiseberichts bei der einen oder anderen Beschreibung oder einem Bild ein Déjà-vu zu haben glaubt, dann wird das sicherlich darin begründet sein, dass dieser Leser meinen Bericht von 2004 bereits gelesen hat.

Auf die Minute pünktlich um 6:15 Uhr hebt unser Flieger vom Flughafen Köln-Bonn ab und durchbricht die lückenlose Wolkendecke, die über Deutschland liegt, um uns einige Minuten später den Sonnenaufgang präsentieren zu können. Bedingt durch einen günstigen Rückenwind landen wir überpünktlich um 10:00 Uhr in Athen. Da alles zügig und reibungslos funktioniert, befinden wir uns bereits eine halbe Stunde später mit einem nachtblauen Ford Fiesta "on the road" - die makellos strahlende Sonne trägt ihren Teil dazu bei, dass die Reise nicht besser hätte beginnen können.

Exakt zur Mittagsstunde bringe ich den Wagen in der "Isthmos Tourist Area" zum Stehen. Der Kanal von Korinth durchschneidet hier die Landschaft so unvermittelt, dass man seiner erst gewahr wird, wenn man schon fast auf der Brücke steht. Wie zum Foto bestellt, wird gerade im Moment unserer Ankunft ein Schiff der griechischen Marine durch den Kanal geschleppt. In einer der zahlreichen Tavernen, die die "Tourist Area" rund um den Kanal ausmachen, stärken wir uns an ein paar frisch gegrillten Souvláki, bevor wir die Reise fortsetzen.

Auf der Autobahn bis Trípolis kommen wir zügig vorwärts, später geht es auf einer gut ausgebauten Landstraße weiter. Bevor wir Spárta erreichen, durchfahren wir ausgedehnte Waldbrandgebiete, die mahnend an die Katastrophe vom August 2007 erinnern. Die nächste Pause legen wir in Spárta ein. Der nachmittägliche Kafé frappé für David und mich und eine kalte Schokolade für Jana wird sich zum beinahe täglichen Ritual entwickeln. Zum ersten Mal gönnen wir uns diese Kombination hier in einem Café am Rande des zentralen Platzes. Die großen Straßen in der Innenstadt sind von Orangenbäumen flankiert, die reife Früchte tragen und gleichzeitig schon wieder blühen. Ein betörender Duft geht von ihnen aus. Auf dem Mittelstreifen gedeihen Palmen und bieten einen perfekten Kontrast zu den schneebedeckten Gipfeln des Taÿgetos-Gebirges, das sich als mächtige, drohende Kulisse direkt hinter der Stadt auf gut 2400 Meter erhebt und immer wieder Wolkenfetzen über uns schiebt.

Gegen 17 Uhr erreichen wir unser erstes Ziel: Gýthio. Die Kleinstadt an der Nordost-Küste des mittleren Fingers wirkt spontan sympathisch und einladend. Dass wir im ersten angesteuerten Hotel, dem "Leonidas", für 45 € ein Zimmer mit Balkon bekommen, der das Prädikat "Meerblick" wirklich verdient, macht den Anreisetag perfekt. Früh aufgestanden und von der langen Anreise müde, legen wir bis zum Abendessen eine Ruhepause ein.

Die Auswahl an Tavernen am Ufer, am Hafen und am Ortsplatz ist groß, die Entscheidung dementsprechend schwierig. Auf einer windgeschützten Terrasse direkt am Hafen lassen wir uns das erste Abendessen munden: Frittierten Schafskäse, Riesenbohnen (Gígantes) in Tomaten-Dill-Sauce, knusprige Kartoffelscheiben, Schweine- und Hähnchen-Souvláki, Cola und Mythos-Bier. Sehr satt und sehr zufrieden beschließen wir den Tag auf dem Hotelbalkon, wo wir uns lange über Gott und die Welt unterhalten und dabei den wunderbaren Ausblick aufs Meer genießen.

Anreise:


Kanal von Korinth:


Waldbrände 2007
(NASA-Satellitenaufnahme):


Spárta:


Gýthio: