Thessalien 17.05.2003

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Die letzten Stunden brechen an. Gestärkt von der besten Spanákopita, die ich je gegessen habe, mache ich mich zu einem Stadtrundgang auf. Da Thessaloníki nicht nur ähnlich groß ist wie Athen, sondern auch mindestens genauso viel zu bieten hat, orientiere ich mich ausnahmsweise mal an meinem Reiseführer. Die Höhepunkte des 3½-stündigen, schweißtreibenden, aber äußerst interessanten Rundgangs sind der Vláli- sowie der überdachte Modiano-Markt, auf dem es zu kaufen gibt, was man zum Leben braucht. Alles, was jemals im Meer gelebt hat, Fleisch aller Art, mehr Sorten Hülsenfrüchte, als es Namen dafür gibt, Obst und Gemüse in allen denkbaren Farben, Formen und Größen, daneben aber auch Drogerieartikel, Kleidung, Schuhe, Werkzeug und, und, und... bis hin zu Möbeln. Einen solchen großen und vielseitigen Markt habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen.

Unmittelbar gegenüber der lauten und betriebsamen Fischmarktstraße höre ich aus der Klosterkirche Ag. Theodoris orthodoxe Gesänge. Das eine Ebene unter Straßenniveau liegende Kirchenschiff entführt mich von einem Augenblick auf den Anderen in eine andere Welt. Gläubige orthodoxe Christen folgen den meditativ-monoton-melodischen Klängen des vom Popen vorgetragenen Kyrië Eleïson. Weitere Stationen des Stadtrundgangs sind das Hamam (das türkische Badehaus), die Rotunda (ein geschichtsträchtiger runder Tempel-Kirche-Moschee-Hybridbau), der Triumphbogen des Galerius, die Ausgrabungen der römischen Agora und vieles mehr.

Zum Abschluss besteige ich die auf den Höhen des Stadtrandes liegende Stadtmauer, um von der Zitadelle aus einen phantastischen Blick über die gesamte Stadt zu genießen. Die Stadt ist ein Moloch, äußerst interessant, aber selbst morgens im Mai schon schweißtreibend. Leider bleibt die Uhr nicht stehen, und so muss ich mich wohl oder übel auf den Weg zum Flughafen machen. Die Rückgabe des Mietwagens sowie der Check-In verläuft reibungslos.

Der Flieger hebt pünktlich ab.

Es war die erste Reise, die mich voll befriedigte, bei der es nicht die leiseste Enttäuschung gab, bei der mit mehr geboten wurde, als ich erwartet hatte.
(Henry Miller)

Thessaloníki: