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Start des Kulturprogramms: Heute steht Festós (Phaistós) auf dem Tagesplan. Das nur wenige Kilometer nördlich von unserem Hotel entfernt befindliche Weltkulturerbe liegt in einer traumhaften Lage auf einem Hügelkamm mit weitem Ausblick über die umgebende Messará-Ebene. Im Norden erkennt man das gewaltige Ídi-Bergmassiv, in den anderen Richtungen erstreckt sich die intensiv landwirtschaftlich genutzte Ebene so weit das Auge reicht. Dank künstlicher Bewässerung sind die zahlreichen Oliven- und Zitrusplantagen selbst im Herbst noch grün, dazwischen tummeln sich auf den trockenen Grasflächen Schafs- und Ziegenherden.

Die Ausgrabungsstätte empfängt uns mit einem freundlichen Eingangsbereich, schattig überwachsen mit Wein und Kürbissen, Kakteenfeigen und Trinkwasserbrunnen. Von der ursprünglichen Anlage, die in ihrer historischen Bedeutung der von Knossós in nichts nachsteht, ist nur der auf der Hügelkuppe befindliche Teil ausgegraben, aber mehr könnte man mit zwei Kindern ohnehin nicht besichtigen. Auch reicht das, was zu sehen ist, für eine eindrucksvolle Vorstellung bei weitem aus. Wie immer bei solchen Anlagen, stehe ich auch hier vor der Aufgabe, aus den Grundmauern und Fundamenten in der Phantasie die Vergangenheit zu erwecken, eine Anzahl von erhaltenen Details ist dabei sehr hilfreich: Reste eines kleinen Theaters sind ebenso zu erkennen, wie Bad- und Toilettenanlagen sowie Vorratskammern mit restaurierten Píthi (Tonkrügen). Leider befindet sich der legendäre, bis heute nicht entschlüsselte "Diskos von Festós" nicht hier, sondern im Archäologischen Museum in Iráklion. Auf der sonnendurchfluteten Anlage zeigt uns die Sonne ganz deutlich, dass der kretische Sommer im Oktober noch nicht zu Ende ist. Gott sei Dank gibt es einige Bäume, in deren Schatten sich trefflich pausieren lässt.

Nach der Rückkehr ins Hotel und einer erholsamen Mittagspause genießen wir am Nachmittag den hoteleigenen Pool. Außer uns ist ein weiteres deutsches Pärchen mit einer Tochter in Janas Alter hier; die beiden Mädchen schließen schnell Freundschaft. Am Abend gehen wir wieder im Ort essen.