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Der Zug besteht ausschließlich aus Schlafwagen, und da wir diese natürlich nicht ohne Zuschlag nutzen können, bleiben wir auf dem Gang. Trotzdem geraten wir in Konflikt mit dem übergenauen italienischen Schaffner, so dass wir beim nächsten Halt den Zug verlassen müssen. Also steigen wir in Brig aus - hier oben in den Alpen ist es kalt und wir haben einige Stunden Zeit, bis der nächste Zug fährt. Während wir uns am Bahnhof die Zeit totschlagen spricht uns ein alter Mann, der gerade seinen Hund ausführt, an und fragt, ob wir Deutsche sind. Später bereuen wir, dass wir bejahen, denn glücklich darüber, zwei höfliche Zuhörer gefunden zu haben, beginnt er, uns seine Lebensgeschichte zu erzählen. Das Problem dabei ist: Er spricht einen dermaßen unverständlichen Dialekt, dass ich in den zwei Stunden, die er auf uns einredet, so gut wie kein Wort verstehe. Entweder er bemerkt es nicht, oder es scheint ihn nicht zu stören.

Obwohl mir der einsame, alte Mann Leid tut, bin ich froh, als es endlich 3 Uhr wird und wir uns verabschieden müssen, weil unser Anschlusszug einfährt. Diesmal haben wir mehr Glück: Wir erwischen ein leeres Abteil und so können wir noch ein paar Stunden schlafen, bis wir am Morgen Paris erreichen.

Nach einem Frühstück im Gare d'Lyon, wo wir die Prunkstücke moderner Eisenbahntechnik bewundern, fahren wir mit der Metro zum Gare d'Nore. Für einem größeren Stadtrundgang fehlt uns die Lust, irgendwie ist der Urlaub für uns vorbei, wir sind müde und ausgepowered. So bummeln wir nur durch die nähere Umgebung des Bahnhofs, relaxen und beobachten die Menschen. Zum Abendessen muss die letzte griechische Konserve dran glauben, zusammen mit Brot und Wein ergeben die gefüllten Weinblätter einen stilvollen, aber melancholischen Abschluss.

Ich habe angefangen, Griechenland zu lieben, als ich in Frankreich war.
(Takis Theodoropoulos)

Wieder verbringen wir die Nacht im Zug, diesmal auf dem Weg nach Amsterdam. Ich bin so müde, dass ich sogar auf dem Doppelsitz des Großraumwagens mehrere Stunden fest schlafe.