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Warum sollten ausgerechnet in dieser Nacht keine mehrfachen Zollkontrollen unseren Schlaf rauben? Davon abgesehen verbringen wir die Nacht sehr angenehm. Als wir am nächsten Tag Nord- und Zentralgriechenland durchqueren wird es extrem heiß, und als wir gegen 17:15 Uhr den Athener Hauptbahnhof erreichen sind die Temperaturen noch immer unerträglich. Morgen werden wir in einer deutschen Zeitung lesen, das es der bislang heißeste Tag des Jahres ist: In Athen wurden 42°C im Schatten gemessen.

Nicht weit entfernt vom Bahnhof finden wir wie erwartet eine Unterkunft in einem der zahlreichen Interrailer-Hotels, wobei "Hotel" mehr als übertrieben ist. Jede Jugendherberge ist komfortabel dagegen. Dass das Haus ausgebucht und wir lediglich einen Platz unter freiem Himmel im Innenhof zugewiesen bekommen, kommt uns bei diesen Temperaturen allerdings sehr entgegen. Das Einzige, was im Augenblick wirklich wichtig ist, sind funktionierende Duschen und diesbezüglich werden unsere Wünsche erfüllt.

Nachdem wir die Schweiß- und Staubkruste der letzten vier Tage entfernt haben, bummeln wir zunächst ziellos durch Athen und lassen uns dann am Straßenrand in einer untouristischen Taverne zum Abendessen nieder. Beim und nach dem Essen trinken wir viel zu viel Retsina, sodass die Stimmung laut und lustig wird. Dabei wird Maggy von einem Einheimischen angesprochen. Entgegen meiner Warnungen erwidert sie auf seine griechische Anmache wiederholt mit "Ne!", was natürlich ein unverzeihlicher Fehler ist, weil "né" (gr. ναι) bekanntlich "Ja" bedeutet. Da die Avancen des Griechen immer eindringlicher werden und wir uns vor Müdigkeit und Retsina nicht mehr wehren können, bleibt uns schließlich nur noch die schnelle Flucht ins Hotel. Endlich können wir mal wieder eine Nacht richtig schlafen!

Im Hostel: