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Am Morgen haben wir die Erlaubnis, in einer kleinen Gruppe ohne Begleitung eines Führers in die Stadt Volos zu fahren. Da am Sonntag die Batterien meines Fotoapparates ihren Geist aufgegeben haben, bin ich dabei. Der Linienbus nach Volos ist zwar nicht pünktlich, dafür aber für deutsche Verhältnisse unglaublich billig: Für die ca. 20 Kilometer lange Strecke - die teilweise malerisch direkt am Meer entlang führt - zahlen wir umgerechnet nur ca. 0,70 DM.

Auch wenn die Unsicherheit groß ist in einer Stadt, deren Sprache man nicht spricht, deren Schrift man kaum lesen kann und in der alles anders ist, als man es aus Mitteleuropa kennt - Volos ist mir von Anfang an sympathisch. Auf dem Rundgang durch die bunte, laute und lebhafte Stadt finde ich nach langer Suche ein Fotogeschäft, in dem ich für einen horrenden Preis die notwendigen Fotobatterien erhalte.

Nach einem Irrweg durch die verwirrenden Gässchen der Innenstadt finden wir tatsächlich den Busbahnhof wieder, nehmen allerdings - mangels Orts- und Schriftkenntnis - die falsche Linie. Dies wird uns allerdings erst bewusst, als wir am Stadtrand von Volos die Küstenstraße in Richtung Gebirge verlassen. Glücklicherweise erweist es sich als unproblematisch, den Daumen hoch zu halten und den Weg zurück nach Kala Nera zu trampen.

Am Nachmittag wird eine Foto-AG angeboten, an der ich unbedingt teilnehmen möchte. Vorher muss ich natürlich die am Vormittag erworbenen Batterien in die Kamera einlegen, was sich als nicht triviale Aufgabe entpuppt. Bei meiner Agfa Optima lässt sich das Batteriefach nämlich nur öffnen, wenn kein Film eingelegt ist. Ich verwandele deswegen das Hotelzimmer so gut es geht in eine Dunkelkammer. Dann kauere ich mich zusätzlich unter die Bettdecke und wechsele blind in völliger Dunkelheit die Batterien. Ob der Film später noch zu gebrauchen ist, werde ich erst nach dem Urlaub erfahren.

Im Rahmen der Foto-AG wollen wir von einem der Reisebegleiter, der ein erfahrener Fotograph ist, Tipps und Tricks für gutes Fotografieren lernen. Zu Beginn knipsen die meisten von uns einfach drauf los. Ein wirkliches Motiv zu erkennen, das ist das Ziel unserer Gruppe.

Kalá Nerá: